Werbung für Handwerker: Warum Image-Pflege auch bei vollen Auftragsbüchern wichtig ist
Lesezeit: 7 Minuten
Es sind goldene Zeiten für das Handwerk: Die Corona-Pandemie hat uns vor Augen geführt, wie wertvoll die heimischen vier Wände sind, entsprechend haben die Menschen in ihr Zuhause investiert – und sie tun es noch. Die Auftragsbücher im Handwerk sind voll!
Aber: Auch und gerade in einer solchen Phase ist es wichtig, in Werbung zu investieren. Im Folgenden wollen wir die wesentlichen Gründe hierfür beleuchten, außerdem verraten, welche Werbeformen sich für das Handwerk anbieten, und wie auch kleine Betriebe erfolgreich auf sich aufmerksam machen – klappern gehört eben zum Handwerk. Darum sollten Handwerker für sich werben.
Warum als Handwerker werben?
Image ist alles! Doch es will gepflegt werden.
Wer in erfolgreichen Phasen in Werbung investiert, schlägt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe:
- Zum einen fällt es bei gut laufendem Geschäft leichter, Werbung zu finanzieren.
- Zum anderen trägt gute Werbung maßgeblich dazu bei, neben dem „Butter- und Brotgeschäft“ auch an Neukund*innen und damit vielleicht auch an die wirklich lukrativen Aufträge heranzukommen.
Wer weiß, welche neuen Geschäftsbeziehungen sich daraus entwickeln. Unterschätzen sollte man aber auch nicht die Bestandskundenkartei:
In ihr schlummert ein riesiges Potenzial.
Kundenzufriedenheit ist das eine – sich als Unternehmen fortlaufend positiv in Erinnerung zu bringen das andere. So kommt der nächste Auftrag ganz bestimmt.
Ein positives Image stärkt auch die Arbeitgebermarke.
Wer hat noch nicht vom Fachkräftemangel gehört? Gutes Personal ist rar gesät. Unternehmen führen seit einigen Jahren in einen harten Wettbewerb um die besten Kräfte – da bildet das Handwerk keine Ausnahme.
Eine gute Außendarstellung ist unbezahlbar – gute Werbung daher gut angelegtes Geld.
Möglichkeiten im Handwerk: Wie werbe ich richtig?
Arten von Werbung gibt es viele. Welche die richtige ist, muss jeder Betrieb für sich selbst herausfinden – kein einfacher Prozess.
Ein erster, wichtiger Schritt ist die Definition des Werbeziels.
Daraus ergeben sich dann die nächsten Schritte hin zu einer Kampagne, die zu einem passt.
Ein zweiter Punkt: das Budget, das man investiert. Es bildet die Grundlage für die Entscheidung für oder gegen eine Werbeform. Eines lässt sich aber sicherlich schon vorher festhalten:
Die potenzielle Kundschaft ist vor allem im Netz unterwegs.
Onlinemarketing auch im Handwerk
- Website
- Social Media
Mit Online Werbung erreicht man Kund*innen zielgenau. Deshalb ist das „Google Unternehmensprofil“ (ehemals Google My Business) eine besonders wirkungsvolle Werbeform.
Mit Angaben zu
- Öffnungszeiten,
- Standort,
- Telefonnummer,
- Produkte,
- Dienstleistungen,
- Link zur Unternehmenswebsite usw.
haben Sie als lokaler Handwerksbetrieb die Möglichkeit in der unmittelbaren Nähe gefunden zu werden – und das sogar kostenfrei.
Da dieses Werbewerkzeug direkt mit Google Maps verbunden ist, sehen die Suchenden Ihre Adresse und starten mit einem Klick die Navigation. Außerdem helfen gute Bewertungen bei der Entscheidung für ein Betrieb – dafür allerdings auch schlechte für das Gegenteil.
Tipp: Antworten Sie auf all Ihre Bewertungen – vor allem aber auf die Negativen!
Negative Bewertungen sind kein Grund zur Sorge. Die Suchenden interessiert an dieser Stelle viel eher wie das Unternehmen mit einer Beschwerde umgeht und ob eine Lösung angeboten wird.
Auch die Positionierung der eigenen Website über Google Ads (ehemals Google AdWords) ist beliebt und vor allem effektiv. Sie wird angezeigt, wenn potenzielle Kund*innen bestimmte Suchbegriffe bei Google eingeben.
Der Nachteil: Die Klicks kosten Geld, mögliche Keywords ebenso.
Doch die Vorteile haben es in sich: Mit Google Ads haben werbende Handwerksbetriebe die volle Kostenkontrolle, Tages- oder Monatsbudgets lassen sich flexibel anpassen.
Apropos Flexibilität: Selten macht es für einen lokalen Betrieb Sinn, in ganz Deutschland präsent zu sein. Google lässt präzise geografische Eingrenzungen beim Targeting zu, um Streuverluste zu vermeiden.
Website
Voraussetzung für eine vielversprechende Platzierung der eigenen Website bei Google ist eine eben solche. Der eigene Onlineauftritt kann dabei völlig frei gestaltet werden:
- mit vielen Informationen,
- Bildern und Videos,
- mit interaktiven Elementen wie einer Kommentarfunktion oder dergleichen mehr.
Dies und die bereits erwähnte Auffindbarkeit bei Google sind gewichtige Vorteile.
Die Nachteile: Der Erwerb einer Domain ist mit Kosten verbunden, meist wird außerdem bei der Erstellung des Onlineauftritts die Unterstützung durch einen Profi benötigt. Und: So eine Website muss gepflegt und regelmäßig aktualisiert werden – Erfordert neben Geld also auch Zeit.
Dennoch: Eine Website ist für Unternehmen schlichtweg unverzichtbar geworden. Denn die meisten Menschen suchen heutzutage über das Internet nach Produkten und Dienstleistungen. Eine Website ist somit mit einem Ladenlokal bzw. einem Betrieb zu vergleichen, in dem man sich umschaut.
Social Media
Facebook ist noch immer ein großes soziales Netzwerk. Hier tauschen sich nach wie vor viele Menschen online aus und informieren sich unter anderem gegenseitig in Gruppen. Vor allem Handwerksbetriebe, die Mid-Ager erreichen wollen sollten darum auch diese Plattform als Werbefläche nutzen – und das gelingt in vielen Fällen sogar kostenlos.
Man nutzt das eigene Profil oder erstellt eine Unternehmensseite.
Wer sich darüber hinaus in Facebook-Gruppen engagiert, erregt noch mehr Aufmerksamkeit.
Denn Interessent*innen gelangen über Gruppen auf das eigene Profil.
Facebook Ads hingegen sind zwar nicht kostenlos, übermitteln die Werbebotschaft allerdings passgenau an den Mann und die Frau:
- Alter,
- Geschlecht,
- Familienstatus
- Interessen
- sowie geografische Kriterien
sind wählbare Parameter. Bilder, Bildergalerien oder kurze Videos unterstützen das Werbeziel – von der Neukundengewinnung bis zur Markenbekanntheit.
Allerdings hat Social Media auch so seine Tücken: zum Beispiel die Gefahr von Spam durch Dritte oder die „Abhängigkeit“ von Dienstleister*innen. Denn hier setzen Facebook, Instagram, LinkedIn und Co. die Richtlinien.
Wichtig ist, dass Sie die richtigen sozialen Netzwerke bespielen.
Wenn Sie zum Beispiel Azubis oder junge Berufseinsteiger*innen ansprechen wollen, bietet sich Instagram oder TikTok sehr gut an.
Haben Sie dabei aber stets den Zeitfaktor im Auge! Wenn Ihnen keine internen Kapazitäten zur Verfügung stehen, lassen Sie Ihre Social Media Abteilung von externen Profis betreuen.
Klassische Werbeträger für den Handwerk
Anzeigen in Printmedien
Die Möglichkeiten von Werbung in einer Tageszeitung oder Zeitschrift mögen im Vergleich zur Online Werbung begrenzt wirken, dennoch verfehlen sie ihre Wirkung nicht.
Entscheidend ist, dass die Anzeige sich auf das Wesentliche konzentriert und neugierig macht. Ist sie überdies in einem themenaffinen redaktionellen Umfeld platziert, reduziert das Streuverluste.
Bei den Kosten ist zu bedenken, dass neben jenen für die Schaltung auch noch die für die Erstellung hinzukommen. Auf Do-it-yourself-Versuche sollte man allerdings besser verzichten und nicht am falschen Ende sparen:
Nur wirklich gut gestaltete Printanzeigen sind Hingucker und zahlen sich schlussendlich in barer Münze aus.
Prospekte & Flyer
Wer Streuverluste minimieren möchte, ist mit Flyern oder Prospekten auf der sicheren Seite. Sie landen zielgruppengenau in den gewünschten Briefkästen – beispielsweise in zuvor ausgesuchten Postleitzahlbezirken – oder an geeigneten Stellen ausgelegt werden.
Hier lassen sich im Vergleich zur Imageanzeige in der Tageszeitung gleich mehrere Bilder und längere Texte einbinden. Allerdings sind hier die Kosten für Gestaltung, Druck, Versand oder Verteilung höher.
Audiowerbung
Besonderes Glück hat, wer in einer Region mit eigenem Lokalsender beheimatet ist. Die eigene Werbebotschaft hier zu platzieren, ist verhältnismäßig günstig – allerdings heißt das Zauberwort in puncto Audiowerbung „Wiederholung“:
In Erinnerung bleibt nur, wer immer wieder zu hören ist.
4 Tipps für effektive Handwerkerwerbung
Fazit zu Handwerker Werbung
Werbung lohnt immer und zu jeder Zeit, gerade auch im Handwerk. Kundenzufriedenheit ist die eine Säule für einen gut laufenden Betrieb, sich positiv fortlaufend in Erinnerung zu halten die andere.
Markenimage ist alles!
Aber nicht jede Werbung passt zu einem Handwerksbetrieb oder zur Kommunikationsstrategie. Weil auch das Budget meistens Grenzen hat, ist es wichtig, sich über das Werbeziel Gedanken zu machen – und die richtigen Werbeträger auszuwählen.
Das sind z. B. die klassischen Printanzeigen, die – im themenaffinen Redaktionsumfeld platziert – die eigene Zielgruppe neugierig machen soll. Glück hat, wer seine Kundschaft über das lokale Radio erreichen kann.
Hier ist Ausdauer gefragt: In Erinnerung bleibt, wer oft gehört wird.
Klar ist aber auch:
Die (potenzielle) Kundschaft ist heute im Internet unterwegs.
Basis aller zielgenauen Werbeaktivität bei Google oder in den sozialen Netzwerken ist die eigene Webseite.
FAQ zu Werbung für Handwerker
Image ist alles. Handwerker sind vor allem regional und müssen deshalb Bekanntheit schaffen. So gewinnt man Kund*innen und den eigenen Mitarbeiternachwuchs.
Auf jeden Fall. Heutzutage sucht man zuerst im Internet nach Produkten und Dienstleitungen. Wer hier nicht präsent ist, droht den Anschluss zu verlieren.
Viel! Immerhin lassen sich hier die eigenen Zielgruppen durch genaues Targeting ansteuern. Auch Interaktion mit (potenziellen) Kund*innen fällt hier besonders leicht.
Die beste Werbung für Handwerker, ist die die ein klares Ziel verfolgt und dem entsprechenden Werbekanal angepasst ist. Außerdem muss die Zielgruppe bekannt sein und der Ort an dem diese sich aufhalten.