DAGMAR-Modell: Was zunächst klingt wie ein Schwiegermuttertypus, stellt im Rahmen des Marketings in Wirklichkeit ein Kommunikationsmodell dar. Es beantwortet uns die wichtige Frage, wie Werbung gestaltet sein muss, um die gewünschte Werbewirkung bei unseren Kund*innen zu entfalten.
Was beachtet werden muss und wie das Modell in der Anwendung aussieht, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Was ist die DAGMAR-Formel?
Das DAGMAR-Modell bezeichnet eine Marketing-Formel mit der Annahme, dass Werbung in erster Linie kommunikative Aufgaben hat und nicht nur ökonomische Ziele verfolgt. So ist nicht nur der reine Absatz von Produkten und Dienstleistungen entscheidend.
1961 verfasste der amerikanischen Werbeforscher Russell H. Colley im Auftrag der amerikanischen Association of National Advertisers das Werk „Defining Advertising Goals for Measured Advertising Results“. Später nahm man die Anfangsbuchstaben seines Buchtitels und benannte danach sein Werbewirkungsmodell: DAGMAR. Erst 1967 entwickelte Colley das Komminikationsmodell.
DAGMAR versus AIDA
Ähnlich wie die recht bekannte AIDA-Formel stellt die DAGMAR-Methode ein Stufenmodell dar. Es geht dabei jedoch detaillierter auf die Anforderungen bei der Gestaltung erfolgreicher Werbung ein.
Die DAGMAR-Formel gliedert sich dafür in 6 hierarchisch aufeinander folgende Stufen. Diese sollen die unterschiedlichen Bewusstseinsebenen bei den Kund*innen ansprechen.
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01.
STUFE – KONTAKT ZUR ZIELGRUPPE
Wird das Werbemittel von der Zielgruppe wahrgenommen?
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02.
STUFE – AUFNAHME DER WERBEBOTSCHAFT
Wird die Werbebotschaft sofort erkannt?
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03.
STUFE – VERSTÄNDNIS DER AUSSAGE
Wird die Aussage des Werbemittels direkt von der Zielgruppe registriert?
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04.
STUFE – SPEICHERUNG
Wird die Kernaussage der Botschaft leicht aufgenommen und bleibt im Gedächtnis?
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05.
STUFE – EINSTELLUNG ZUR WERBEBOTSCHAFT
Wird die Werbebotschaft seriös, ansprechend und imagefördernd aufgenommen?
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06.
STUFE – KAUF
Findet aufgrund des positiven Empfindens der Zielgruppe letztlich ein Kauf statt?
4 Stufen = ACCA
Im englischen Sprachgebrauch beschränkt sich das Modell auf folgende vier Stufen:
- awareness: Bekanntheit eines bis dato unbekannten Produktes schaffen.
- comprehension: Einsicht in den persönlichen Nutzen des Produktes erzeugen.
- conviction: Überzeugung schaffen der Werbebotschaft zu folgen.
- action: Kauf des Produktes.
Anwendungsbeispiel für das DAGMAR-Modell
Als Beispiel für die konkrete Anwendung der DAGMAR-Formel ziehen wir eine Zeitungsanzeige heran.
DAGMAR-Modell: Ja oder nein?
Die DAGMAR-Formel stellt eine sinnvolle Erweiterung zur AIDA-Formel dar. Jedoch ist sie bei weitem nicht so populär wie die bereits 1898 erstellte AIDA-Formel. Die Gewichtung der DAGMAR-Formel gerät mit den Jahren zunehmend in den Hintergrund.
In den 1960er Jahren stellte sie durchaus eine Marketingrevolution dar. Sie hat traditionelle und direkte Werbeaussagen um eine emotionale, kommunikative Ebene erweitert.
Fazit zum DAGMAR-Modell
Heutzutage funktioniert Werbung bzw. Marketing viel komplexer: Zielgruppen werden mittels soziodemografischen und geografischen Targetings streuverlustarm angesprochen. Außerdem werden zunehmend Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft und Psychologie zu Nutze gemacht.
Im Vergleich zu den 1960er Jahren werden die klassischen Konsument*innen in der modernen Marketingwelt täglich mit so vielen unterschiedlichen Werbebotschaften konfrontiert, dass diese unmöglich alle wahrgenommen werden. An diese Stelle getreten ist die primäre Aufgabe der Werbetreibenden, überhaupt die Aufmerksamkeit der Konsument*innen für das eigene Produkt zu erlangen. Das DAGMAR-Modell kann diese diffizilen Prozesse nur sehr eingeschränkt abbilden.
FAQ zu DAGMAR
Die DAGMAR-Formel wurde 1967 vom amerikanischen Werbeforscher Russell H. Colley entwickelt.
1961 verfasste Colley im Auftrag der amerikanischen Association of National Advertisers das Werk „Defining Advertising Goals for Measured Advertising Results“. Später nahm man die Anfangsbuchstaben seines Buchtitels und benannte danach sein Werbewirkungsmodell DAGMAR.
Die DAGMAR-Formel ist ein Werbewirkungsmodell, welches die Frage beantworten soll, wie Werbung gestaltet werden muss, um ihre Wirkung beim Kunden zu entfalten.