Was ist Native Advertising und wie nutzen Sie es für Ihren Werbeerfolg?
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Die Aufmerksamkeit der Menschen zu bekommen, wird angesichts der Masse an Werbung immer anspruchsvoller. Um positiv aufzufallen, müssen Werbetreibende ihre Botschaften geschickt verpacken und in Szene setzen. Eine bewährte Strategie dafür ist das Native Advertising.
Durch native Anzeigenformate bestimmen Unternehmen selbst, wie sie in der Zielgruppe wahrgenommen werden.
Was hinter dem Begriff steckt, welche Werbeformate es gibt und wie Sie als Unternehmen Ihre eigene Native-Strategie aufbauen, erklären wir in diesem Beitrag.
Definition: Was ist Native Advertising?
Native Ads wirken zunächst wie organischer Content und nicht wie Werbung. Es handelt sich um einen Oberbegriff für Werbeformen, die sich inhaltlich und gestalterisch dem Look and Feel des Werbeträgers anpassen. Diese Anpassungsfähigkeit sorgt dafür, dass der Lesefluss der Betrachter*innen nicht unterbrochen wird.
Eine weitere Besonderheit liegt im Inhalt nativer Werbeanzeigen: Sie entsprechen der Qualität des Mediums, in dem sie erscheinen. Als Werbeträger bieten sich sowohl Online- als auch Printformate an.
Wie ist das Konzept Native Advertising entstanden?
Bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kommen erste Formen der nativen Werbung auf. Damals wurden z. B. unterhaltsame Comics mit versteckten Werbebotschaften versehen. Unternehmen wie Coca-Cola platzieren ihre Produkte auch heute noch unauffällig in Hollywood-Filmen.
Die Vorgänger des modernen Native Advertisings stellen aber Google und andere Suchmaschinen dar. Sie waren die Ersten, die bezahlte Werbung in den Suchergebnissen platziert haben. Zu finden sind diese unter den ersten Positionen, meist mit „gesponsert“ gekennzeichnet.
Heute ist der Einsatz von Native Advertising im Marketing gängige Praxis. Das Prinzip dahinter ist aber gleich geblieben:
Werbung so unauffällig in Inhalten platzieren, dass sie auf den ersten Blick nicht als Werbung wahrgenommen wird.
Werbeformate
Folgende Werbeformate haben sich im Laufe der Zeit etabliert:
- In-Feed Anzeigen: Dieses Werbeformat wird direkt in den Social Media Feeds der User*innen ausgespielt und ist auf den ersten Blick kaum von organischen Beiträgen zu unterscheiden. Auf Instagram beispielsweise setzen Werbetreibende häufig auf Carousel- oder Story Ads.
- Native Audio: Ads aus diesem Bereich finden sich oft in Podcasts oder anderen Talk-Formaten. Die Moderator*innen bewerben Produkte oder Dienstleistungen, indem sie Werbetexte in ihrem eigenen Stil vortragen. Durch den Vorschuss an Sympathie für die Hosts ist dieses Format glaubwürdig und die Ads haben eine gute Chance, nicht übersprungen zu werden.
Neben Podcasts gibt es noch einige andere Möglichkeiten, Audio Ads zu schalten. Auch dazu informieren wir Sie gerne!
So sehen Native Articles auf unseren Markenportalen aus:
Machen auch Sie Ihr Unternehmen mit einem Native Article bekannter!
Strategien für effektive Werbung im redaktionellen Kontext
Erarbeiten Sie eine Strategie, um die Vorteile nativer Werbung im redaktionellen Kontext zu nutzen. Die folgenden vier Schritte führen zur erfolgreichen Verbreitung Ihrer Native Ads.
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01.
Die richtige Zielgruppenanalyse
Erst eine gründliche Analyse Ihrer Zielgruppe ermöglicht es Ihnen, relevante Anzeigen zu erstellen und somit Werbeerfolg zu erzielen. Fragen Sie sich dafür unter anderem:
- Welche Altersgruppe spreche ich an?
- Welche Werte vertritt meine Zielgruppe?
- Auf welchen Medien ist meine Zielgruppe aktiv?
- Welche Themen beschäftigen meine Zielgruppe?
- Wie löst mein Produkt/ meine Dienstleistung das Problem meiner Zielgruppe?
Am effektivsten dafür sind sogenannte Buyer Personas. Diese bieten Ihnen die Möglichkeit, fiktive Idealkund*innen zu erstellen. Diese Personas erhalten ein richtiges Eigenleben inklusive Bild, Namen, Familienstand und, und, und. Dadurch ergibt sich für Sie die Chance, einen rundum Blick auf Ihre Zielgruppe zu erhalten. Oft wird erst nach dem Erstellen der Personas klar, dass sich diese über die verschiedensten Kanäle und Inhalte ansprechen lassen.
In unserem Beitrag zu dem Thema Buyer Personas erhalten Sie ausführliche Information und hilfreiche Tipps.
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02.
Content & Storytelling – die Macht der richtigen Botschaft
Auf die Zielgruppenanalyse folgt die Contentplanung. Da auch im Native Advertising „Content is King!“ gilt, sollten Sie auf diese drei Komponenten achten:
- Gliederung: Achten Sie darauf, dass der Inhalt Ihres Textes durch sinnvolle Zwischenüberschriften gegliedert ist und von passenden Bildern begleitet wird. Bei den verwendeten Bildelementen sollten eher Menschen im Vordergrund stehen als Logos oder Slogans.
- Verlinkungen: Nutzen Sie Verlinkungen in Ihrem Werbetext und sorgen Sie für eine passende Landingpage. Aber das Wichtigste: Bieten Sie die Möglichkeit, anzufragen! Binden Sie auf der Landingpage eine klare Handlungsaufforderung ein. Dadurch leiten Sie die Nutzer*innen an und es besteht die Chance, einen Lead zu erhalten.
- Storytelling: Ein Merkmal effektiver Native Ads ist das Verwenden von Storytelling. Eine spannend erzählte Geschichte vermittelt den Mehrwert Ihres Produkts auf sympathische und emotionale Weise. Dies fördert Ihre Markenbekanntheit und Markenbindung, da sich Ihre Anzeige wie Unterhaltung und nicht wie Werbung anfühlt.
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03.
Platzierung und Plattformen
Der Fokus auf Gestaltung und Storytelling führt am Ende zu einem stimmigen Werbetext, der bereit zur Veröffentlichung ist. Aber wo spiele ich meine Werbung aus, damit sie eine möglichst hohe Trefferquote hat? Die Antwort ergibt sich aus der Zielgruppenanalyse. Hier einige Beispiele:
- Der Inhaber wird am ehesten über kurze und prägnante Postings auf Facebook und LinkedIn erreicht.
- Die Verkaufsleitung lässt sich über Audio- und Printmedien zum Kauf von Produkten animieren.
- Bei der Marketingfachkraft stehen die Chancen gut, sie über Kurzvideoformate in sozialen Netzwerken wie Instagram oder TikTok zu erreichen.
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04.
Ziel festlegen
Der vierte und letzte Schritt Ihrer effektiven Kampagne liegt in einer durchdachten Zielsetzung. Legen Sie fest, welche KPIs Ihrem Unternehmen am wichtigsten sind. Mögliche Ziele im Native Advertising sind z. B. der Vertrauensaufbau in Ihre Marke, die präzise Ansprache Ihrer Zielgruppe oder Sichtbarkeit in Suchmaschinen.
Durch eine regelmäßige Analyse der KPIs bekommen Sie einen Überblick darüber, ob Ihre Bemühungen in die gewünschte Richtung laufen. Außerdem machen Sie einzelne Werbemaßnahmen vergleichbar. Mithilfe dieser Information werden Best Practices für zukünftige Kampagnen abgeleitet. Wie der Erfolg praktisch gemessen wird, erfahren Sie weiter unten im Beitrag.
Was sind die Vorteile von nativer Werbung?
Native Advertising bietet zahlreiche Vorteile, darunter:
Wie wird der Erfolg von redaktionellen Werbebeiträgen gemessen?
Der Erfolg von Native Advertising wird durch verschiedene Metriken gemessen.
Klickrate (CTR): Zeigt das Verhältnis von Impressionen zu Klicks, also wie viel Prozent der Betrachter*innen wirklich auf die Anzeige klicken. Ein guter Wert liegt bei ca. 0,6 –1 %. Zum Vergleich: Die durchschnittliche CTR bei Display Advertising liegt bei 0,5 %.
Verweildauer: In Native Articles wird oft die benötigte Lesezeit in Minuten angegeben. Eine positive Verweildauer ist annähernd so lang, wie die berechnete Lesezeit. Gemessen wird sie mit Web-Analysetools wie Google Analytics.
Conversion-Rate: Gibt an, wie viele Nutzer*innen eine gewünschte Aktion ausgeführt haben, z. B. einen Kauf oder eine Anmeldung. Als Faustregel gilt: Eine gute durchschnittliche Conversion-Rate liegt bei 2-4 %.
Wie Sie redaktionelle Werbung erkennen
Native Advertising zielt darauf ab, sich nahtlos in den redaktionellen Inhalt zu integrieren. Um Verbraucher*innen aufzuklären, muss die redaktionelle Werbung aber laut §5 des UWG gekennzeichnet werden. Der Gesetzgeber schreibt allerdings keinen genauen Begriff vor, weshalb man verschiedene Kennzeichnungen vorfindet. Das Spektrum reicht dabei von simplen Formulierungen wie „Anzeige“ oder „Werbung“ bis hin zu geschickten Kennzeichnungen wie „Gesponserter Post“, „Paid Content“ oder „Ein Service von…“.
Fazit: Native Advertising als Schlüssel zu authentischem Marketing
Werbebotschaften unaufdringlich, aber effektiv platzieren: Keine Werbeform schafft das so erfolgreich wie Native Advertising. Native Werbung passt sich dem Look and Feel des Mediums an und erreicht jede Zielgruppe auf eine informative und unterhaltsame Weise. Durch die vielen verschiedenen Formate ist die Ausspielung auf jeder Plattform und jedem Medium möglich.
Wichtig: Die Werbung muss genauso hochwertig gestaltet sein, wie das redaktionelle Umfeld. Erst dann entfaltet sich das gesamte Potenzial der Native Ads.
FAQ zu Native Advertising
Native Advertising passt sich wie ein Chamäleon an das jeweilige Umfeld an. Die Betrachter*innen der Werbung empfinden die Anzeige dadurch weniger störend.
Es bieten sich textbasierte Seiten wie Nachrichtenportale oder Blogs an, aber auch video- und bildbasierte Medien wie TikTok oder Instagram. Für die jeweiligen Plattformen haben sich verschiedene Werbeformate etabliert.
Native Ads werden zum Erfolg, wenn die Inhalte informativ und an die Zielgruppe angepasst sind. Die Inhalte sollten qualitativ hochwertig sein und plumpe Werbebotschaften vermeiden.
Native Advertising unterliegt der Kennzeichnungspflicht laut §5 des UWG. Solange die Inhalte offensichtlich als Werbung gekennzeichnet sind, gibt es keine Verbote durch den Gesetzgeber.


