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Schaufenster gestalten: 8 Arten & Tipps für den Blickfang

Von dem Redaktionsteam der FUNKE MediaSales

Schaufenster gestalten: 8 Arten & Tipps für den Blickfang

Auch wenn Online-Shopping immer stärker wird, bleibt doch der Stadtbummel eine der beliebtesten Freizeitaktivitäten. Um Ihr Geschäft in vollen Fußgängerzonen hervorzuheben, ist ansprechende Schaufenstergestaltung das A und O. Hier erfahren Sie, wann Sie eher auf Stapel- oder Anlassfenster setzen sollten. Dazu gibt es Basics für die Präsentation Ihrer Auslage.

Schaufenstergestaltung als Visual Merchandising

Schaufenster sind die wichtigste Werbung am Point of Sale im Einzelhandel. Hier entscheidet sich, ob der Laden leer bleibt, oder sich Laufkundschaft an den Kassen drängt.

„Visual Merchandising“ ist das Stichwort. Das ist die Art rein visueller Werbung. Und kommt dort zum Einsatz, wo Konsument*innen und Ware direkt aufeinandertreffen. Damit sind vor allem Events wie Messen und natürlich das Ladenlokal gemeint.

Visual Merchandising soll

  • Aufmerksamkeit erregen,
  • Leute anlocken,
  • zum Kaufen animieren und
  • das Unternehmen (wieder-)erkennbar machen.

Genau das sind die Kriterien, die gute Schaufenstergestaltung ausmachen. Denn in einer Fußgängerzone gehen Menschen meist innerhalb von 3 Sekunden an einer Auslage vorbei. In dieser kurzen Zeit muss ihnen etwas ins Auge fallen, das sie zum Anhalten bewegt. Um das zu erreichen, gibt es einige Wege.

Schaufensterarten im Überblick

Beim Gestalten Ihrer Auslage können Sie Ihrer Kreativität grundsätzlich freien Lauf lassen. Allerdings haben sich in der Branche der professionellen Schaufensterdekoration einige Gestaltungsarten etabliert.

3 Hauptarten von Schaufenstern

Dabei unterscheidet man 3 Hauptarten, die erst einmal nichts mit dem Inhalt zu tun haben.

1. Geschlossene Schaufenster

„Geschlossen“ bezieht sich hier auf die Rückseite des Schaufensters. Eine Wand versperrt dabei vollständig die Sicht auf das Ladeninnere. Das geschlossene Schaufenster kommt häufig dort zur Anwendung, wo Kund*innen nicht unbedingt von außen beobachtet werden möchten. Das können exklusive, teure Geschäfte sein. Aber auch Läden, die sich mit eher privaten Dingen befassen, wie zum Beispiel Unterwäsche.

Aber auch große Kaufhäuser nutzen diese Variante der Schaufenstergestaltung. Denn der oft hektische Betrieb im Inneren würde von der Auslage ablenken. Außerdem befinden sich die dargestellten Waren oft nicht im Erdgeschoss. Verkaufsraum und Schaufenster passen dann also nicht zusammen.

2. Offene Schaufenster

Offene Schaufenster haben im Gegensatz zu geschlossenen keine Rückwand. Sie geben den Blick auf den Point of Sale frei.

Es sorgt vor allem für weniger Schwellenangst, wenn Leute im Hintergrund schon einen Eindruck vom Inneren bekommen: Die mentale Hürde, den Laden zu betreten, wird kleiner. Hier wird daher meist auf einen stimmigen Übergang von außen nach innen geachtet. Im besten Fall sind die ausgestellten Waren schon zu sehen.

Ein Sonderfall ist das Durchblickfenster. Hier ist im Schaufenster selbst gar nichts ausgestellt. Es leitet die komplette Aufmerksamkeit auf den Verkaufsraum. In diesem sollte es dann natürlich ordentlich und ansprechend aussehen.

3. Halboffene Schaufenster

Ein Kompromiss zwischen den beiden ersten Modellen ist ein halboffenes Schaufenster. Mit Stellwänden, Bannern oder anderen Dekorationen ist der Blick in den Point of Sale nur teilweise versperrt.

Diese Wahl ist sinnvoll, wenn Sie Schwellenangst nehmen möchten, aber zum Beispiel bei ganz offenem Fenster das Tageslicht im Inneren stören würde. Außerdem erlauben die flexiblen Rückseiten noch mehr Optionen für Dekorationen und Motive.

8 Gestaltungsarten beim Schaufensterbau

Die Präsentation von Waren oder Angeboten im Schaufenster werden in 8 Gestaltungsarten unterteilt:

1. Stapelfenster

Das Stapelfenster stellt die Fülle des Angebots dar. Die Waren stapeln sich im wahrsten Sinne des Wortes.

Da es einen Eindruck des kompletten Sortiments vermittelt, wird diese Schaufenstergestaltung manchmal auch Übersichtsfenster genannt.

Es soll in der Regel vermitteln, dass hier viel für wenig Geld geboten wird.

Beispiel eines Stapelfensters

Dafür stechen einzelne Produkte weniger hervor. Zudem gibt es zwar Möglichkeiten, ein Stapelfenster kreativ zu gestalten. Doch die Fülle der Waren schränkt zumindest den Platz ein. Zum Dekorieren eignen sich Warenaufsteller in Kasten- oder Pyramidenform.

2. Anlassfenster

Anlassfenster werden, wie der Name schon sagt, aus einem konkreten Anlass eingerichtet.

Das können konkrete Tage oder Ereignisse sein, wie z. B.:

  • Feiertage (Ostern, Halloween, Weihnachten, …)
  • Sportereignisse (Fußball-WM, Olympia, …)
  • Schulbeginn
  • Jubiläen
Beispiel eines Anlassfensters

Aber auch saisonale Motive wie „Herbstmode“, „Ferienzeit“, oder der Klassiker „Black Friday“ können als Grundlage für die Gestaltung eines Anlassfensters dienen.

3. Themenfenster

Wenn ein Schaufenster ohne bestimmtes Motto oder einem konkreten Anlass dekoriert wird, nennt man es Themenfenster.

So könnte ein Modehaus die Sportkleidung mit einem Themenfenster zu „Joggen“ oder „Fitness“ in den Fokus stellen. Reisebüros können bestimmte Reiseziele mit einem Schaufenster zum Thema „Strandurlaub“ bewerben.

Überschneidungen mit dem Anlassfenster kommen oft vor.

Zum Beispiel wäre „Schnupfen“ ein mögliches Thema für ein Apothekenschaufenster. Gleichzeitig wäre es wohl saisonal eher auf den Winter bezogen. Als Dekorationselemente dienen Alltagsgegenstände, die zum Thema passen.

4. Sachfenster

Sachfenster stellen Produkte mit konkreten Argumenten vor:

  • Was kann es?
  • Welche Vorteile hat es?
  • Warum sollte ich es kaufen?

Neben Qualität kann auch der Preisvorteil ein Fokus im Sachfenster sein. Häufig sieht man das bei Filialen von Mobilfunkanbietern: Pappaufsteller im Schaufenster stellen den günstigen Preis für die große Flatrate heraus.

Aber es sind auch kreativere Installationen denkbar. Ein Outdoor-Laden könnte die Dichte eines Wanderschuhs demonstrieren, indem er im Schaufenster in Wasser getaucht wird. Ein Pflegeprodukt für Oberflächen könnte mit einer Vorher-Nachher-Installation seine Qualität zeigen.

Das Sachfenster stellt meist nur einzelne Waren dar. Es dient also dazu, den Absatz eines konkreten Produktes zu fördern.

5. Prestigefenster

Das Prestigefenster, auch „Ein-Artikel-Schaufenster“ oder Spezialfenster genannt, ist praktisch das Gegenteil des Stapelfensters.

Seine Gestaltung setzt sehr wenige, meistens sogar nur ein einziges Highlight-Objekt prominent in Szene. Selbst wenn die Fläche mehr zulässt.

Auf Schaufensterbeschriftung verzichten Prestigefenster in der Regel ganz.

Hochpreisige Modegeschäfte oder auch Juweliere nutzen es oft. Sie sprechen exklusives Klientel an und zeigen daher auch nur die exklusivsten Waren. Hier ist das Ladenfenster noch mehr als sonst die Visitenkarte des Geschäfts.

Beispiel eines Prestigefensters

6. Produktserien- oder Markenfenster

Diese Schaufensterart wird auch „bedarfsorientiertes Fenster“ genannt. Hier wird eine ganze Produktlinie zur Schau gestellt. Typische Anwendungsbereiche sind Modekollektionen oder Spielzeugwelten.

Passant*innen gewinnen einen Überblick über zusammenhängende Waren. Das Markenfenster steht also zwischen Stapel- und Prestigefenster.

Es animiert zu einer etwas längeren Verweildauer, ohne unübersichtlich zu sein.

7. Bühnenfenster

Beim Gestalten von Bühnen- oder auch Fantasiefenstern ist Kreativität gefragt. Hier wird den Passant*innen meist eine lebensnahe Szene mit Emotionen geboten: Freunde sitzen gemeinsam am Essenstisch oder eine Familie befindet sich auf einem Winterspaziergang. Schaufensterpuppen, Fensterfolien, Motivwände und andere Dekorationselemente machen vieles möglich.

Laufkundschaft bekommt gleich konkrete Anregungen, was sie mit den Produkten tun kann. Daher beschreiben Begriffe wie Ideen- oder Stimmungsfenster diese Gestaltungsart gut.

Auch ganz ausgefallene Maßnahmen, Farben, Beleuchtungen und Requisiten können zum Typus „Fantasiefenster“ beitragen.

Wichtig ist nur, dass eine künstlerische Idee oder eine Story zugrunde liegt.

Beispiel eines Bühnenfensters

Die Präsentation sollte außerdem weiter die Produkte in den Vordergrund stellen. Sonst bleiben Passant*innen zwar vor dem Blickfang stehen, schaffen aber keinen Bezug zu dem Produkt und werden somit nicht zu Kund*innen.

Kleinere Geschäfte werden es mit dem Bühnenfenster etwas schwerer haben. Kulissen und Figuren nehmen oft viel Fläche ein.

8. Blinde Fenster

Beispiel eines blinden Fensters

Eigentlich keine echte Form der Schaufenstergestaltung, sondern eher ein Sonderfall ist das blinde Fenster. Dabei ist das Schaufenster komplett zugeklebt, höchstens Gucklöcher lassen einen Blick zu.

Zum Einsatz kommt es

  • vor Neueröffnungen,
  • bei Umbauten
  • oder auch, um neue Produkte anzukündigen.

Ziel ist es, die Neugier zu schüren, eine Botschaft zu vermitteln und zum Wiederkommen zu verleiten.

12 Tipps & Gestaltungsgrundsätze für Schaufenster

Einfache Tricks und Grundsätze für das perfekte Schaufenster finden Sie hier:

1. Nie ohne Plan beginnen

Fertigen Sie Skizzen Ihrer Schaufensterdekoration an und überlegen Sie sich ein Thema oder eine Story die Sie erzählen möchten.

2. Schaufenstertyp beachten

Eckfenster erlauben andere Blickwinkel und Kompositionen als rein frontale.

3. Warme, bunte Farben und Licht einsetzen

Kalte, helle Leuchten eignen sich nur für Spots. Je kleiner das Fenster, desto wichtiger ist eine gute Beleuchtung bei der Gestaltung.

4. Regelmäßig Deko wechseln

Immer dasselbe Schaufenster wirkt langweilig. Doch es sollte Zeit haben zu wirken. Wechseln Sie ungefähr alle 4 Wochen den Schaufensteraufbau.

5. Schaufensterbeschriftung gezielt einsetzen

Kreativen Schriftzüge heben Sie von der Masse ab. Einfach nur große „Sale“-Aufkleber sieht man überall und wirken schnell aufdringlich.

6. Auf Sauberkeit achten

Spinnweben und Staubballen gehen ebenso wenig wie dreckige Ladenfenster.

7. Vom wichtigsten Objekt ausgehend planen

Dieses sollte sich bei rechteckigen Schaufenstern im goldenen Schnitt, also etwa auf 2-Drittel der Strecke von Seitenwand zu Seitenwand, befinden. So steht das Objekt auf Augenhöhe der Betrachtenden.

8. Pyramiden-Aufbau wählen

Das höchste Element steht mittig hinten. Nach vorne und zu den Seiten werden die Warenträger oder Figuren niedriger. Das nutzt die Tiefe des Fensters optimal aus und lenkt die Blicke auf natürliche Weise.

9. Genug Bestände vorhalten

Nichts ist ärgerlicher als ein Schaufenster, das viele Kund*innen anlockt, die dann mit „ausverkauft“ konfrontiert werden.

10. Dekos dokumentieren

Machen Sie Fotos Ihrer Gestaltungen für später. Sie können sie als Inspiration nutzen und vermeiden Wiederholungen.

11. Social Media einsetzen

Sie haben sich besonders kreativ betätigt? Dann teilen Sie Fotos Ihrer Schaufenstergestaltung in den sozialen Netzwerken. Oder adaptieren Sie diese Emotionen auf ihren Kanälen. Besonders bei der jüngeren Zielgruppe, wie der GenZ empfiehlt sich dieser Tipp.

12. Erfolg messen

Dokumentieren Sie die Verkaufszahlen der Waren, solange sie im Ladenfenster gezeigt werden. Auch die Kundenzahlen während verschiedener Schaufenster-Dekos zeigen, wie gut diese funktionieren.

Fazit zu Schaufenster gestalten

Das Ladenfenster ist die Visitenkarte Ihres Geschäftes. Gestalten Sie es daher ansprechend, dekorieren Sie kreativ und sorgen Sie für Aufmerksamkeit. Achten Sie jedoch darauf, dass Ihr Schaufenster zu dem Gesamtbild Ihres Unternehmens passt. Wenn Sie z. B. ein seriöses Image vermitteln wollen, Ihr Schaufenster aber humorvoll gestaltet ist, kann es bei Ihrer Kundschaft zur Verwirrung führen.

Deshalb gilt das wichtigste Prinzip der Werbung auch hier: Orientieren Sie sich immer an Ihrer Zielgruppe.

FAQ zu Schaufenster-Deko

Unter Visual Merchandising versteht man die Verkaufsförderung durch optische Elemente. Meistens findet es dort statt, wo Kund*innen und Produkte direkt aufeinandertreffen. Schaufenster-Deko, Ladeneinrichtung oder Gestaltung von Messeständen sind daher die häufigsten Anwendungsgebiete.

Per Definition ist ein Schaufenster ein Fenster, das Vorbeigehende auf Produkte oder Dienstleistungen eines Betriebes oder Geschäftes hinweist. Zweck ist es, Neugier zu wecken und zu Spontankäufen zu verleiten.

Man unterscheidet 3 Hauptarten. Geschlossene Schaufenster erlauben keinen Blick in das Geschäft, offene geben die Sicht in das Ladeninnere frei. Bei halboffenen ist der Verkaufsraum teilweise sichtbar. Darunter gliedern sich Schaufenster in Stapel-, Prestige- und Anlass- oder Themenfenster. Oft werden noch weitere Arten unterschieden.

Das Übersichtsfenster ist eine Art der Schaufenstergestaltung, die oft auch Stapelfenster genannt wird. Es zeigt eine größtmögliche Auswahl von Waren, sodass Passant*innen einen guten Eindruck von der Vielfalt des Sortimentes bekommen.

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