Die Tage sind kurz und dunkel – allerhöchste Zeit, es sich zu Hause behaglich zu machen und die Vorweihnachtszeit einzuläuten. Für unterhaltsame Einstimmung auf das Fest der Feste sorgen die Werbespots der Big Player – mit besinnlichen, skurrilen und actionreichen Beiträgen. Hier unsere Auswahl.
1. Und Action: Das EDEKA-A-Team
Der Lebensmittler EDEKA orientiert sich in Sachen Weihnachtswerbung mittlerweile gern an erfolgreichen Serien. Waren es im vergangenen Jahr „Die Discounter“, die dem Spot als Vorlage dienten, gibt es in diesem Jahr Action pur mit dem „A-Team“.
Die Älteren werden sich erinnern: In dem Straßenfeger aus den 1980-Jahren helfen vier verleumdete Vietnamkriegsveteranen auf der Flucht vor der Militärpolizei anderen Menschen in Not und riskieren dabei Kopf und Kragen.
Ganz ähnlich ist es nun bei EDEKA im Advent, wo das hauseigene E-Team sein Bestes gibt, um den Kunden das Beste zu geben: Beratung am Braten, Fülle und Frische für gedeckte Weihnachtstische – es gilt: Weihnachtszeit heißt Einsatzzeit.
Zwar ist hier von Besinnlichkeit keine Spur, unterhaltsam ist der rasante, nur 41 Sekunden lange Spot aber allemal. Und so kann man das immer wiederkehrende Zitat von Hannibal (George Peppard) aus der Originalserie „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert“, hier durchaus wörtlich nehmen. Den meisten Usern gefällt‘s: Sie finden den Spot sympathisch, witzig und fresh.
2. Berührend und komisch zugleich: Disney und das beste Weihnachten ever
Nachdem der Weihnachtsmann die Kritzelei auf dem Wunschzettel eines kleinen Mädchens für einen ihrer Wünsche gehalten hat, findet es am Weihnachtsmorgen einen ungewöhnlichen neuen Freund unter dem Christbaum vor. Der unvollendete Doodle – ein animiertes, nur halbfertig gekritzeltes Wesen, erweist sich in der folgenden Zeit als treuer Gefährte, und die beiden gehen zusammen durch dick und dünn.
Doch der Doodle wird immer trauriger, denn er hat keinen Mund, kann weder sprechen noch Eis essen oder lachen – und schon gar keine Weihnachtslieder mitsingen. Also wünscht sich seine kleine Freundin zum kommenden Weihnachtsfest einen Mund für ihn und macht den Doodle so überglücklich. Es sprudelt nur so aus ihm heraus und er genießt sein Leben fortan in vollen Zügen.
Unter der Regie von Taika Waititi und in der deutschen Fassung mit der Stimme von Daniel Boschmann erzählt dieser Kurzfilm die herzerwärmende Geschichte einer besonderen Freundschaft und transportiert die Botschaft: Freude schenken, die bleibt. „Ihr habt es einfach drauf“, kommentiert ein User.
3. Taschentücher raus: Magenta Telekom und die Macht der guten Nachricht
Gibt es etwas Traurigeres, als die Festtage allein verbringen zu müssen? Die junge Frau im aktuellen Weihnachtswerbespot der Telekom zumindest ist angesichts dieser Aussicht sehr bedrückt. Wir begleiten sie den ganzen Tag dabei, wie sie in der Bahn, der Uni und in den festlich geschmückten winterlichen Straßen sehnsüchtig in Erwartung einer Nachricht auf ihr Telefondisplay starrt, während aus dem Off der Song „Words Unspoken“ von Mikhaela Faye Yoko erklingt.
Am Abend endlich überwindet sie sich und schreibt ihrer Mutter, mit der sie sich zuvor gestritten hat, folgenden Text: „Ich möchte Weihnachten nicht ohne dich verbringen!“ Dieser erreicht die Mutter, während sie mit sorgenvollem Gesicht den heimischen Baum schmückt:
Und im Moment des Lesens ihr schönstes Geschenk erhält. Glücklich schreibt sie zurück: „Du bist immer willkommen.“ Botschaft: Eine Nachricht, die uns erleichtert, ist das schönste Geschenk.
Während viele User den Spot besinnlich und als zu Herzen gehend empfinden, ist er manchen zu zuckrig. Einer schreibt: „Wie schmalzig soll es dieses Jahr sein? Magenta: Ja!“
4. Wie eine dicke Umarmung: Lidl und „Wundervolles lohnt sich jeden Tag“
Weihnachten ist die Zeit des Jahres, in der sich alle besondere Mühe geben, zum Beispiel endlich ein altes Kriegsbeil begraben, mehr für andere da sind und sich selbst mal nicht so wichtig nehmen.
Das stellt auch das kleine Mädchen im aktuellen Weihnachtswerbespot des Discounters Lidl fest, das täglich beobachtet, dass die Menschen vor und an den Feiertagen weniger streng, dafür toleranter und herzlicher miteinander umgehen – auch wenn etwas schief geht und der Wintergrill plötzlich in Flammen steht.
Außerdem gibt es pausenlos Gutes zu futtern und Liebe allenthalben. Eine wundervolle Zeit. Und was wäre, wenn wir das jeden Tag im Jahr so machen würden? Dann – ja dann wäre jeder Tag ein wundervoller Tag. Hach! Der Spot verbindet Witz, Besinnlichkeit und Wärme mit dem Song „Wouldn’t it be nice“ der Beach Boys, ist gefühlvoll, ohne jedoch ins Sentimentale abzugleiten. Wie eine dicke Umarmung an einem kalten Wintertag.
Ein User schreibt: „Großartige Werbung! Auch, dass es was zu futtern gibt, ist super!“ Als Haar in der Suppe empfinden viele allerdings den Veröffentlichungstermin: Weihnachtswerbung schon ab 3. November? Nervig!
5. Skurril: MediaMarktSaturn „Weihnachten ohne Stress“
Man nehme: den Weihnachtsklassiker „Driving Home for Christmas“ von Chris Rea, Mitarbeitende der größten Elektronik-Fachmarktkette Europas als gute Weihnachtsgeister und überforderte Menschen vor dem Fest, die sich mit dem richtigen Präsent, der Weihnachtsbeleuchtung und den neuzeitlichen Herausforderungen des Smarthomes abmühen.
Heraus kommt ein skurriles Kurz-Musical mit der Botschaft: Überlasse uns Profis die Sache mit der Technik und den Geschenken – und feiere Weihnachten mal ganz ohne Stress.
Skurriles Finale: Jürgen „Kloppo“ Klopp, der das Weihnachtswunderland im Garten mit den Worten „It’s Showtime“ und blitzendem Gebiss illuminiert – und damit die Kauleiste eines lebensgroßen Elchs erstrahlen lässt, der ihm zum Verwechseln ähnlichsieht. Keineswegs besinnlich, aber urkomisch. Da blieb offenbar auch den Usern die Spucke weg – drei Tage nach Release war der Clip auf YouTube noch gänzlich unkommentiert.