Marketing in Zeiten von Corona: Wie Sie digital durchstarten

Von Markus Grenz aus dem Contentmanagement Team, FUNKE MediaSales

Marketing in Zeiten von Corona: Wie Sie digital durchstarten

Kaufen die Menschen nun auch weiterhin verstärkt online ein oder zieht es die meisten Konsumenten doch, wie vor der Pandemie gewohnt, in die Shops? Wie weit ist nun eigentlich die digitale Transformation in Handel und Marketing nach den Beschleuniger-Jahren unter dem Corona-Booster? Was muss man im Marketing während Corona-Zeiten beachten?

Ist Corona nun vorbei und wir schauen wieder in eine Zukunft mit pandemiefreiem Arbeitsalltag? Oder geht der ganze Zirkus im Herbst wieder von vorne los? Das sind viele Fragen und so viel sei vorweggenommen: Auch an dieser Stelle können sie nicht allgemein beantwortet werden.

Was Marketing in hybriden Zeiten bedeutet

Wenn man so will, leben wir in zweifach hybriden Zeiten: Noch immer bewegen wir uns – wie vor Corona auch – in einer Phase zwischen einem analogen und einem digitalen Zeitalter. Wenn auch schon weit mehr in der neuen als noch in der alten Welt.

Wäre dies nicht schon für Prognosen schwierig genug, haben wir die vergangenen rund zwei Jahre verbracht zwischen relativ entspannten Zeitabschnitten was die Kontaktregeln anbetrifft und mitunter höchst einschneidenden Beschränkungen durch die Corona-Pandemie. Wie kann man in so einer Situation ein belastbares Handlungsszenario für den eigenen Betrieb oder die berufliche Tätigkeit im Hinblick auf Marketing- und Vertriebsfragen entwickeln? Unmöglich ist das keineswegs.

Natürlich gibt es sinnvolle Ansätze, die nicht nur den aktuellen Gegebenheiten gerecht werden, sondern auch auf die mittel- und langfristige Zukunft einzahlen.

Ob mit Corona-Beschleunigung oder ohne:

  • Die gesellschaftliche Entwicklung hin zur Digitalisierung ist unumkehrbar. Daran müssen sich auch die Maßnahmen in Marketing und Vertrieb messen lassen.
  • Viele Menschen haben mindestens im Freizeitbereich noch zahlreiche „analoge Gewohnheiten“ und müssen auch hier abgeholt werden.
  • Geschäftspartner sind mal mehr, mal weniger im digitalen Zeitalter angekommen. Egal wo sie stehen: Auch sie müssen wir abholen.
  • Investitionen in Digitalisierung aufgrund der veränderten Gewohnheiten in Corona-Zeiten sind auch Investitionen in die Zukunft. Und sie schützen vor der nächsten Lockdown-Welle.

Von offline zu online: Die „sanfte“ Revolution

Marketing und Vertrieb haben sich in den vergangenen Corona-Jahren rasant entwickelt. Unmittelbare Kontakte zum Kunden gehörten über lange Zeiträume der Vergangenheit an. Diesen Phasen folgten indes auch immer wieder Abschnitte von Lockerungen, die begeistert sowohl von Anbietern als auch Geschäftspartnern oder Kunden angenommen wurden.

Auf der einen Seite stehen nun viele digitale Neuerungen und auf der anderen der Beweis – oder zumindest die These – dass es für den persönlichen Kontakt häufig keinen gleichwertigen Ersatz gibt. Dafür gibt es zahlreiche positive Beispiele.

Als eines von vielen Events mit Kundenpräsenz, die überaus positiv aufgenommen wurden, soll hier der „2. Reiseabend der FUNKE Mediengruppe“ im Essener Medienhaus genannt werden. Vertreter der österreichischen Tourismusregion Kaiserwinkl hatten zusammen mit Verantwortlichen der FUNKE Mediengruppen ein buntes Programm auf die Beine gestellt:

      • in der durch einen Dialog im Talkshow-Format über das Reiseziel,
      • ein darauf abgestimmtes Vier-Gänge-Menü
      • und nicht zuletzt ein begeistert aufgenommenes Live-Musik-Programm

die Bedürfnisse der Gäste in Sachen Unterhaltung, Information und sozialer Interaktion – augenscheinlich – restlos abgeholt wurden.

Und auch am Ende der Customer Journey, beim Kaufakt des Endkunden, ist Stand jetzt auf den direkten Kontakt nicht zu verzichten – es sei denn, man heißt Amazon.

Vier von fünf Euro werden immer noch an der Ladentheke umgesetzt.

Und wie flächendeckend im B2B-Verkehr (Partner-)Betriebe auf das Online-Format umgestellt haben, ist nur schwer herauszufinden. Dies muss man im Kontakt mit den Partnern selbst abschätzen.

Doch ist die andere Seite keinesfalls zu vernachlässigen. Endverbraucher, die bis vor kurzem noch Online-Muffel gewesen waren, haben nun mentale und materielle Hürden überwunden und sich in hohem Maße für digitale Technik geöffnet. Firmen, die die digitale Revolution aus Zeit- oder Geldmangel bislang auf kleiner Flamme gekocht hatten, haben sich mitunter zwangsweise den Gegebenheiten angepasst.

Es sind seit der Corona-Krise Strukturen entstanden und sie entstehen weiterhin, die auch in der Zukunft Teil der allgemeinen Rahmenbedingungen sein werden.

Der potenzielle Kreis der zu erreichenden Menschen ist größer, als er jemals war.

Wenn man sich die Veränderungen der Lebens- und Geschäftsbedingungen betrachtet, kann man sie auch eine sanfte Revolution nennen. Und damit kann man arbeiten.

3 einfache Tipps um online durchzustarten

1. Tipp: Neue Vertriebswege (er)schaffen und ausbauen

Neben einem professionellen Online-Auftritt und einem konkreten Online-Marketingmix, bietet sich bei Produkten für den Endverbraucher auch ein Online-Shop an. Wenn Sie noch keinen haben, so wird es Zeit. Für die Einrichtung eines Shops aber auch für die Betreuung Ihres Online-Marketingkonzepts können Experten hinzugezogen werden. Für den digitalen Erfolg sind zum Beispiel Faktoren wie hohe Suchmaschinenfreundlichkeit, eine mobile Optimierung der Seite und vieles mehr wichtig. Es sind zudem die passenden Lösungen in der Marketing Automation notwendig. Sie muss zur Firmen-IT, dem avisierten Publikum und natürlich auch zum Produkt und der Philosophie des Hauses passen.

Achten Sie auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die die Datenschutz Grundverordnung (DSGVO) vorgibt. Dies gilt für alle Aktionen mit sensiblen oder hochsensiblen Kundendaten. Die meisten Betriebe benennen konkret einen Mitarbeiter zum Datenschutzbeauftragten, der dies im Auge behält.

Veränderte Zeiten brauchen veränderten Vertrieb

Da Messen, Kongresse und Produktpräsentationen, an denen körperlich teilgenommen wird, immer wieder wackeln oder auch ausfallen, setzt die Branche häufig auf Online-Lösungen zur Stärkung des digitalen Vertriebs. Aber auch auf hybride Formen, also Kombinationen von Präsenzveranstaltungen, die zum Zweck der Generierung von mehr Reichweite online angeboten werden.

Die Organisatorinnen und Organisatoren von Messen und Events haben in Corona-Zeiten Alternativen entwickelt. So haben viele Anbieter digitale Formate im Programm oder sie werden selbst in Firmen für den B2C-Verkehr entworfen. Das Ergebnis ist im Grunde nichts anderes als ein Webinar.

Auf der einen Seite:

      • (potenzielle) Kundinnen und Kunden können sich ohne Ansteckungsgefahr informieren
      • und die aufgezeichneten Webinare können auch in anderen Kommunikationsprozessen, so auch als Online-Angebot, weiterverwendet werden

Auf der anderen Seite:

      • Um dies zu finanzieren, müssen Budgets umstrukturiert werden. Denn um die nun geforderten Inhalte umzusetzen und den notwendigen Traffic zu organisieren, ist Manpower – und natürlich auch Frauenpower – gefragt.

2. Tipp: Für relevante Kanäle entscheiden

Die großen sozialen Netzwerke sind längst bekannt und eignen sich mal mehr, mal weniger als Online-Marketingkanäle. Das kommt ganz auf den Inhalt und die avisierte Zielgruppe an:

Facebook, Instagram & Co. sind für Milliarden Nutzerinnen und Nutzer zur gewohnten Anlaufstelle geworden, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Neben der Vernetzung mit Freunden und Bekannten, bekommt Social Media auch immer mehr einen informativen Charakter.

Oder man nutzt die Firmen-Homepage. Hier kann man Nutzerinnen und Nutzer interaktiv teilhaben lassen. Durch die Kommentarfunktion unter einem Blog beispielsweise können die Lesenden auf Ihre neuen Beiträge reagieren und sich austauschen.

Oder informieren Sie Ihre Kunden direkt per E-Mail über Neuheiten und Neuigkeiten. Newsletter-Beziehende haben ein hohes Interesse an Ihrem Produkt oder an Ihrer Dienstleistung. Eine Kaufentscheidung ist häufig nicht weit entfernt und sie sind offen für Ihre Informationen.

3. Tipp: Die richtigen digitalen Inhalte

„Gut & billig!!!“, „Sofort Rabatte sichern!!!“, „Letzte Chance!!!“: Einfach strukturierte Botschaften, die eher simple Affekte ansprechen, klingen heutzutage ein bisschen wie Relikte aus der Mottenkiste aus der Frühzeit der Werbung, gerade wenn sie online ausgespielt werden. Damit soll nicht gesagt werden, dass diese einfachen Imperative nicht auch heutzutage für bestimmte Anbieter bei bestimmten Gelegenheiten (z.B. Abverkauf) die richtige Wahl sind. Generell allerdings sind marktschreierische Kurzbotschaften häufig ziemlich aus der Zeit gefallen.

Bespielen Sie fleißig die Online-Kanäle aber tun Sie es den Kanälen entsprechend. Jeder Post sollte auf die Plattformen und deren Nutzer abgestimmt sein, für die er vorgesehen ist. Filme, Podcasts, Bilder: Die Nutzer sind sehr offen für clevere Inhalte. Live-Videos etwa sind derzeit ein gutes Mittel, um Menschen „da draußen“ zu erreichen.

Und lassen Sie es zudem „menscheln“. Berichten Sie, wie es in Ihrem Betrieb aussieht oder wie Sie die aktuelle Situation bewältigen. In Krisenzeiten sind die Menschen weitaus offener für Botschaften und Geschichten, die den sonst üblichen Rahmen sprengen.

Das Phänomen - Bannerblindheit

Das Internet ist im Alltag der Menschen längst keine Neuigkeit mehr und die User verfügen über eine Menge Erfahrung. Klassische Werbebanner und Pop-ups, die auf den Seiten erscheinen, werden schnell weggeklickt, durch die weit verbreiteten Ad-Blocker verhindert oder schlicht nicht mehr bewusst wahrgenommen. Darüber hinaus setzt die ungebremste Datenflut den User einer Reizüberflutung aus, der man begegnen muss, wenn man ihn noch erreichen möchte.

Bereiten Sie ihre Posts gerade für das Internet möglichst unterhaltsam auf. Das gilt für alle Kanäle, also von der eigenen Homepage über Facebook bis hin zu Instagram. Für den Online-Besucher sollte ein Mehrwert dabei herausspringen; eine Fähigkeit, die ihm gezeigt wird, eine Hintergrundinformation oder schlicht reine Unterhaltung.

Fazit

Hybride Zeiten erfordern hybrides Handeln. Wer nicht (Marketing-)Guru oder Wahrsager ist, wird mit Zukunftsprognosen vorsichtig umgehen. Dass ein Teil der Gegenwart und die Zukunft im Digitalen liegen, wissen alle, dazu bedarf es keiner Fachmeinung. Wie schnell sich dies jedoch entwickelt, hängt von vielen Faktoren ab und ist zudem auch noch ganz individuell je nach Branche, Firma oder gar Ansprechpartner einzuschätzen. Auch wenn man in die Zukunft schaut, darf die Gegenwart nicht aus dem Blick verloren werden. Hybride Strategien, analog kombiniert mit digital, nehmen Rücksicht auf das aktuelle Geschäft und fördern den Status quo ebenso, wie sie die Basis für die Zukunft legen können und schon heute ein Stück vom Online-Kuchen abschneiden. Allerdings ist es wichtig zu verstehen, dass diese Transformation keinen alten Wein in neuen Schläuchen mit sich bringt.

Wer die Online-Welt bedient, der muss auch deren Regeln begreifen und danach spielen. Und sich so womöglich vor der nächsten Pandemie-Welle schützen.

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